Umzug!

Die Kängurukinder sind umgezogen! Wir sind jetzt auf www.kaengurukinder.com zu finden. Wenn du uns per E-Mail folgst, wirst du automatisch ein E-Mail von der der neuen Seite bekommen, die du bestätigen kannst, um auch weiter bei uns dabei zu sein. Wir freuen uns aufs Wiedersehen!

Advertisements
Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Die Sache mit den Sandalen im Herbst

Seit Anfang September geht Kängurukind #1 montags bis donnerstags ins Kinderhaus. Das heißt für uns in der Früh: aufstehen rund um 6:30 Uhr, Mama fertig machen, Kängurukind #1 und #2 befrühstücken, beide umziehen, #1 beschuhen, bejacken, #2 ab ins Tragetuch, raus aus dem Haus, zum ersten Bus, zum zweiten Bus, ankommen.

Diese Morgen sind manchmal ganz schön nervenaufreibend für alle. So kann sich Kängurukind #1 zum Beispiel schon seit Monaten selbst anziehen, ist da auch mächtig stolz drauf. Nur, an den Tagen, an denen sie ins Kinderhaus geht, will sie angezogen werden. Und zwar von der Unterhose bis zur Jacke. Nur die Haube, die Haube, die setzt sie sich immer selbst auf.

sandalenUnd dann ist da noch die Sache mit den Sandalen. Ich hätte sie schon längst wegräumen sollen, aber daran denke ich immer nur in der Früh. Darum stehen die Sandalen immer noch bei allen anderen Schuhen. Jeden Tag in der Früh sagt Kängurukind #1, sie will die Sandalen anziehen. Jeden. Einzelnen. Kalten. Herbstmorgen. Meine Antwort ist jeden einzelnen kalten Herbstmorgen die gleiche. Diese Antwort trifft je nach Laune auf wechselnde Akzeptanz.

Während dieser ganzen Prozedur hörte ich mich heute dann auf einmal sagen, sie könne sich doch bitte selber anziehen und die wirklich immer fruchtlose und unnötige Frage nach dem Warum stellen. Denn da bin ich eh noch müde, oft sehr müde, und dann muss ich insgesamt 3 Menschen abmarschfertig machen, obwohl doch zumindest eines der Kinder nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch schon alles selbst machen könnte. Und dann auch noch die Sandalen, schon wieder diese Frage nach den Sandalen. Obwohl sie das doch bitte eh schon weiß. Und warum (hier ist es wieder) das doch bitte jeden Tag das Gleiche ist.

Moment. Jeden Tag? Natürlich weiß sie, dass sie die Sandalen nicht anziehen kann. Geht es ihr vielleicht gar nicht (mehr) darum, die Sandalen auch tatsächlich anzuziehen? Und geht es vielleicht auch gar nicht ums Unterhose/Pullover/Socken-Anziehen an sich? Denn wie oft ich auch ohne Erfolg darum bitte, sie möge sich doch bitte Unterhose/Pullover/ Socken anziehen, wenn ich mich dann – oft schon genervt – mit dem entsprechenden Kleidungsstück zu ihr hinhocke, um es ihr anzuziehen, dann ist es in den meisten Fällen auch in relativer Windeseile am entsprechenden Platz.

Da dämmert es mir. Diese kurzen Momente in der Früh, in denen ich sie anziehe, in denen ich mit ihr darüber rede, ob sie denn nun heute die Sandalen anziehen darf oder besser doch nicht, das sind ihre Momente mit mir. Die Momente, bevor sie für Stunden in eine Welt ohne mich eintaucht, in der sie mit anderen Kindern spielt und lacht und lernt, die sie aber nur wirklich genießen kann, weil und wenn sie sich ganz sicher sein kann, dass ich da bin, dass sie sich auf mich verlassen kann, dass wir miteinander verbunden sind. Und dessen will sie sich in der Früh versichern. Und manchmal heißt das, sie anzuziehen, obwohl sie es selber kann. Und mit ihr über Sandalen reden, obwohl sie weiß, dass es dafür schon viel zu kalt ist.

P.S.: Die Sommerschuhe sind jetzt allesamt endlich weggeräumt.
P.P.S.: Bin gespannt, was sie sich als nächstes aussuchen wird.

Veröffentlicht unter Alltagsgeschichten, Bindung | 5 Kommentare

Book review: Parenting with Presence

Parenting with presenceParenting with Presence by Susan Stiffelman
(An Eckhart Tolle Edition, New World Library, 2015)

In 3 words: evolving as humans

In 300 words: Susan Stiffelman’s hands-on guide is for parents who are willing to accept their children as their most valuable teachers; who have felt the pain of not always being quite as calm, patient, relaxed, respectful, present as they would like to be. Stiffelman’s vision for parents makes them “Captain of a ship”, calmly and confidently in charge. The topics of the book range from setting limits, dealing with whining, tantrums, lying, and anger, strengthening connection and improving communication, fostering empathy and compassion, to starting mindfulness practices with children. Authentic life stories involve children from toddlers to teenagers and keep the advice Stiffelman gives real. Concrete suggestions make it (seem) doable. At the end of each chapter she provides some exercises for the parent and a “Making it Practical” section. I wonder whether anyone actually really does these exercises, though. I didn’t but still found some of the questions raised in them intriguing. The final chapter “Tools, Tips, and Strategies” gets even more practical than the advice given throughout the book. It includes practices for the grown-up alone as well as practices for both adult and child and ideas for the whole family. At points throughout the book the advice and amount of ideas can become a little overwhelming. But Stiffelman explicitly cautions you to only pick one or two ideas that speak to you most and start implementing those first. Certainly a piece of advice that you should keep in mind throughout. I found reading the book in one go interesting, but it is the kind of book that you can flip through, turn back to for specific questions (it also includes a useful index at the end), or just open on a random page and start reading. In short, it is quite useful as a parenting companion.

Favourite quote:  “As much as we aspire to move consciously through our parenting days, being responsible for the care and feeding of a child doesn’t erase our personhood or do away with our needs, moods, or desires. […] Naturally, we feel resentful at times. There are going to be moments when we lose our cool. Some days we say things we wish we hadn’t. […] The trick isn’t making the unpleasant experiences go away, it is making peace with them.” [p. 54]

Who will like it? You enjoy yoga, mindfulness is more than a word for you, and you are no stranger to meditation. You would like to integrate this mindset into your life as a parent but find it quite challenging at times. And being a parent makes you want to become a better version of yourself.

Who will hate it? Just thinking of meditating makes you yawn, you once went to a yoga class and kept rolling your eyes, and therapy is for other people but certainly not for you.

Link: http://parentingwithpresence.com/

Veröffentlicht unter Bindung, Respekt, Rezensionen | Kommentar hinterlassen

Stille

Mir fehlen die Worte. Buchstäblich. Darum war jetzt hier so lange Pause.

Es herrscht tiefe Betroffenheit, völliges Unverständnis und Fassungslosigkeit darüber, was bei uns mit Menschen – mit Müttern, Vätern, mit Kindern! –, die, um ihr Leben zu retten, vor dem Schlimmsten zu uns fliehen, in der Hoffnung auf ein Leben in Sicherheit, was mit diesen Menschen bei uns passiert. Wenn sie es überhaupt lebend hier her schaffen.

Ich verstehe beim allerbesten Willen nicht, wie so etwas Unmenschliches passieren kann. Die Toten im Meer. Die Toten im LKW. Traiskirchen. Wie Europa und Österreich so versagen können. Warum diese Menschen alles riskieren müssen, damit sie sich und ihre Familien vielleicht am Leben erhalten können. Warum es ihnen nicht ermöglicht wird, auf legale Weise, unbürokratisch und menschenwürdig bei uns Schutz zu suchen. Und warum es offenbar so schwierig ist, sie mit dem Nötigsten zu versorgen, mit einem Dach über dem Kopf, mit Nahrung, mit medizinischer Betreuung, mit Würde, mit Mitgefühl, mit Respekt.

Und als ob dies alles nicht schon genug wäre, gibt es auch noch Leute hier, die einfach nicht verstehen, dass es sich bei den Hilfesuchenden um Menschen handelt, aus Fleisch und Blut, mit Ängsten, Hoffnungen, Sorgen und Träumen. Väter, Mütter, Kinder, die einander aus tiefstem Herzen lieben und alles – alles! – aufs Spiel setzen, in dem Glauben und dem Vertrauen, dass ihnen hier im reichen, sicheren Europa das Menschenrecht auf Asyl gewährt wird und dass sie hier in Sicherheit sein werden. Dann gibt es hier Menschen, die sich öffentlich über in LKWs erstickte Frauen, Männer und Kinder (!) freuen. Und sich dafür nicht einmal schämen. Das macht mich nicht nur betroffen, das macht mir richtig, richtig Angst.

Darum war hier so lange Pause. Weil es mir vollkommen unpassend schien, zu irgendetwas anderem zu schreiben, so als ob das alles nicht direkt vor unserer Haustüre passieren würde. Und weil mir zu all dem einfach die Worte fehlten.

Ich wünschte, ich könnte persönlich und von Angesicht zu Angesicht helfen. Ich möchte nach Traiskirchen fahren, ich wäre heute gerne demonstrieren gegangen. Leider ist mir dies zurzeit aus familiären Gründen nicht möglich. Ich muss mich im Moment auf Sach- und Geldspenden beschränken und sie denen übergeben, die vor Ort sein können. Diesen Menschen danke ich hiermit aus tiefstem Herzen, dass sie diese Arbeit machen. Dass sie den Flüchtlingen, den Österreichern, der Welt zeigen, dass es hier auch intelligente, offene, mitfühlende, respektvolle und menschliche Menschen gibt.

Veröffentlicht unter Alltagsgeschichten | 2 Kommentare

Online

Die Kängurukinder sind zurück vom Urlaub und immer noch mitten im Auspackwaschhitzechaos. Kängurukind #1 ist gerade alleine im Garten mit Fingerfarben, Wasser und einer Schachtel zum Anmalen beschäftigt. Anstatt mich dem Chaos zu widmen, stehe ich am Fenster und beobachte sie heimlich bei ihrer Arbeit. Macht definitiv mehr Spaß, als mich dem Chaos zu widmen.

Der nächste richtige Blogpost kommt auch bestimmt. Es wird eine Rezension von Parenting with Presence sein. Denn auch wenn unglaublich, so doch wahr: Ich bin im Urlaub tatsächlich zum Lesen gekommen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Offline

urlaubDie Kängurukinder sind ab heute auf Urlaub. Sommer, Sonne, Meer und griechische Familie inklusive, Internet exklusive. 3 Wochen lang nur offline spielen, singen, schwimmen, genießen. Wir melden uns Mitte August wieder und wünschen allen viele sonnige, warme, herzerfrischende, beglückende Momente.

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

10 Stillfakten und ein Bonusfakt

  1. stillenDass Mütter ihre Kinder stillen ist die biologische Norm. Es ist nichts Außergewöhnliches und, rein biologisch gesehen, nichts Besonderes, sondern von der Natur so vorgesehen.
  2. Die Milchproduktion basiert auf dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Häufiges Stillen fördert die Produktion und steigert die Milchmenge.
  3. Kurz vor und während Entwicklungsschüben, wenn Babies mehr Nahrung zum Wachsen benötigen, bestellen sie sich einfach mehr Milch, in dem sie öfter als zuvor stillen wollen. Das heißt nicht, dass sie nicht genug bekommen haben, sondern dass sie jetzt mehr wollen. Dies kann nur sichergestellt werden, wenn dem Bedürfnis des Babies nachgegangen wird und der Zugang zur Brust ermöglicht wird.
  4. Die allerwenigsten Frauen sind tatsächlich physisch nicht in der Lage, ausreichend Milch zu produzieren. In diesen Fällen liegen zum Beispiel medizinische Ursachen zugrunde. In allen anderen Fällen, in denen sich eine stillende Mutter derartige Sorgen macht, siehe #11.
  5. Zu Anfang einer Milchmahlzeit bekommen die Babies erst einmal durstlöschende wässrigere Milch. Erst später kommt die fettere, kalorienreichere Hintermilch.
  6. Eine stillende Mutter produziert immer Milch. Aber je leerer die Brust, desto schneller wird produziert. Je voller sie ist, desto langsamer wird produziert.
  7. Kinder, die ausschließlich gestillt sind und noch keine feste Nahrung bekommen, benötigen kein zusätzliches Wasser oder Tee. Dies gilt auch für heiße Sommertage. Wasser führt dazu, dass das Kind weniger an der Brust trinkt und die Milchmenge damit zurückgeht, ohne dass dem Kind auch die wertvollen Nährstoffe und Antikörper zugeführt werden.
  8. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt das ausschließliche Stillen für 6 Monate, danach begleitend zur Beikost bis zum 2. Geburtstag und darüber hinaus.
  9. Abstillen kann entweder von der Mutter oder vom Kind initiiert werden. Beides sind legitime Möglichkeiten, und welche Variante zu welchem Zeitpunkt gewählt wird ist ausschließlich eine Sache zwischen Mutter und Kind.
  10. Nur weil Stillen von der Natur vorgesehen ist, heißt es nicht, dass der Stillstart leicht und problemlos vonstatten gehen wird oder dass es nicht unterwegs mal zu Schwierigkeiten kommen kann. Anstatt sich entmutigen zu lassen, siehe #11.
  11. Es gibt Menschen, die sich darauf spezialisiert haben, Mütter und ihre Babies beim Stillen zu unterstützen. Man findet sie zum Beispiel bei der La Leche Liga oder als speziell, nach internationalem Standard ausgebildete IBCLC Stillberaterinnen (International Board Certified Lactation Consultant).

Literatur
Bonyata, Kelly.  2011. How does milk production work? Online: kellymom.com/pregnancy/bf-prep/milkproduction/

Daly, S.E. and Peter E. Hartmann. 1995. Infant demand and milk supply. Part 1: Infant demand and milk production in lactating women. Journal of Human Lactation 11(1):21-26.

Iwinski, Sue, und Gwen Gotsch. 2003. Feeding On Cue. In: New Beginnings, 20 (4):126. Online: www.llli.org/nb/nbjulaug03p126.html

Renz-Polster, Herbert. 2009. Kinder verstehen. München: Kösel Verlag.

WHO Stillempfehlungen www.who.int/topics/breastfeeding/en/

Resourcen
IBCLCs Österreich: www.stillen.at/stillberaterinnen/
IBCLCs Deutschland: www.bdl-stillen.de/ibclc.html
IBCLCs Schweiz: www.stillen.ch/de/

La Leche Liga Österreich www.lalecheliga.at/
La Leche Liga Deutschland www.lalecheliga.de/
La Leche Liga Schweiz www.lalecheliga.ch/

Veröffentlicht unter Stillen | Kommentar hinterlassen